Weniger Angst durch weniger KATZ

Kann unsere Ernährung Angst oder gar Panikzustände begünstigen? Probieren Sie es doch selbst einmal aus. Wenn Sie unter Angstzuständen oder Panikattacken leiden, testen Sie, welche Veränderung möglicherweise durch Umstellungen in der Ernährung und beim Konsum von Genussmitteln eintreten.

Wie viel KATZ konsumieren Sie?

K = Koffein (z.B. in Kaffee, schwarzem Tee, Cola)

A = Alkohol

T = Tabak

Z = Zucker

Die genannten, in der Abkürzung „KATZ“ zusammenfassten Stoffe können Angst und Panik begünstigen. Im Umkehrschluss ist es möglich, dass bei Reduktion sich auch die Symptome abschwächen. [2]

Hier ein Überblick nach [1]:

Koffein

Bereits kleine Mengen Koffein können Panik auslösen, Ihren Grad der Anspannung anheben oder zu Schweißausbrüchen und Zittrigkeit führen. Auf den Punkt gebracht: Die Erregung des Nervensystems wird verstärkt.

Alkohol

Manche Menschen konsumieren Alkohol zur Beruhigung, Entspannung und zum Verdrängen unangenehmer Befindlichkeiten. Doch die Auswirkung alkoholischer Getränke auf einen Körper, der bereits Angstsymptomatik zeigt, ist sehr komplex.
In Wirklichkeit kann Alkohol Angst erzeugen. Wiederum findet hier eine Erregung des Nervensystems statt.

Tabak

Die Angsttherapeutin Margaret Wehrenberg schreibt: „Es gibt nichts, was einem ängstlichen Menschen mehr Angst macht als die Ankündigung, er müsse mit dem Rauchen aufhören.“ [1]

Ein gangbarer Weg mag sein, ein Rauchprotokoll zu führen. Notieren Sie zu jeder Zigarette (oder Pfeife, etc.) die Stärke Ihrer Angst auf einer Skala von 1-10

a) vor dem Rauchen
b) während des Rauchens
c) 15 Minuten danach

Das entstandene Protokoll lässt Rückschlüsse zu, wie sich Ihr Tabakkonsum auf Angst und Panik auswirkt.

Zucker

Besonders bei Menschen, die an Hypoglykämie leiden, kann die Aufnahme von Zucker zu angstähnlichen Zuständen führen. Das liegt daran, dass die Symptome eines zu niedrigen Zuckerspiegels im Blut denen von Angst und Panik sehr ähnlich sind.

Hintergrund sind körperliche Vorgänge. Konsumiert ein Mensch mit Hypoglykämie Nahrung, die Zucker oder einfache Kohlenhydrate (wie z.B. in Nudeln oder Weißbrot) enthält, führt dies zunächst zu einem sehr schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dieser fällt darauf jedoch wieder relativ schnell ab, was zu Symptomen führen kann, die denen von Angst sehr ähnlich sind.

Dr. Strunz spricht mit Bezug auf Reduktion von Kohlenhydraten von „stabilisierender“ und „Angst lösender Wirkung auf das Gehirn“. Und zwar genau dann, wenn Sie Ihr Denkorgan mit Ketonkörpern füttern anstelle von Glukose, sprich Zucker. Siehe dazu [3].

Probieren Sie es aus – erste Schritte

Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie sich durch das Schreiben eines Angst- oder Paniktagebuchs mit Vermerk Ihres KATZ-Konsums über einen gewissen Zeitraum mögliche Zusammenhänge buchstäblich vor Augen führen. Das hilft Ihnen ggf. bei der Entscheidung, Ihre Gewohnheiten zu verändern.

Oder nehmen Sie sich einen Buchstaben von KATZ vor und probieren Reduktion oder Verzicht aus. Beobachten Sie sich dabei selbst und nehmen Sie Ihre Befindlichkeit wahr.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Therapeuten über Ihren KATZ-Konsum und Auswirkungen der Reduktion. Dieser kann Sie auch aufklären über mögliche Entzugssymptome, die übrigens nicht nur bei Tabak oder Alkohol auftreten können.

Ihr Michael Göhring, info@innenfokus.de

Quellennachweis:

[1] Die 10 besten Strategien gegen Angst und Panik, Margaret Wehrenberg

[2] Ängste verstehen und überwinden, Dr. Doris Wolf

[3] Laufen und Denken – Dr. U. Strunz

Hinweis zu Geschichten

Geschichten gebe ich Dir bewusst unkommentiert oder allenfalls um Impulsfragen ergänzt weiter. So entsteht ein Freiraum für individuelle Interpretation. Und genau dort, in diesem selbst erwirkten Bezug, entfalten Geschichten und Metaphern ihr volles Potential. In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Zeit beim Lesen, Anhören und Wirkenlassen.


“Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.” – Jorge Bucay